Vorsicht auch bei vermeintlich stabilen Unternehmen geboten

18. April 2012 | Von | Kategorie: Wirtschaft

Bisher galt das an der Börse von Toronto gelistete Unternehmen RIM als eine Firma mit großem Wachstumspotential. Bis 2010 konnte die 1984 im kanadischen Waterloo gegründete Corporation schwarze Zahlen schreiben und gute Gewinne verzeichnen. Selbst die gerichtlich verordnete Zahlung von 612,5 Millionen Dollar im Jahr 2006 konnte an den Bilanzen des Unternehmens nicht wirklich etwas verändern. Fällig wurde die Zahlung, nachdem RIM eine Auseinandersetzung mit NTP um mobile Dienste verloren hatte.

Mit den BlackBerry Modellen Torch, Bold, Pearl, Curve und Storm konnte man sich gute Marktanteile bei den modernen Smartphones sichern. Das BlackBerry Handy war eines der ersten Smartphones, das mit einer vollwertigen „QWERTZU“-Tastatur ausgestattet und dadurch gut auch auf die mobilen Office-Anwendungen vorbereitet war.

Auch von der Eigenproduktion von Tablets, für die eigens das Betriebssystem QNX von Harman International Industries erworben wurde, versprach man sich einen weiteren Ausbau der Marktanteile. Einer der strategischen Fehler von Resarch in Motion war mit großer Wahrscheinlichkeit, das BlackBerry Play Book zeitgleich mit dem Apple iPad im April 2011 zeitgleich auf den amerikanischen Markt zu bringen.

Das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2011 brachte RIM einen Verlust von 125 Millionen Dollar ein. Die Reaktion darauf war ein Wechsel der Führungsspitze. Seit Januar führt nun Thorsten Heins die Geschäfte von Research in Motion. Wem in Deutschland dieser Name bekannt vorkommt, der sollte in die Historie des Unternehmens Siemens schauen. Und Heins räumt kräftig weiter auf. Auch Jim Balsille, der 1984 zu den Gründern von RIM gehörte, durfte seinen Hut nehmen.

Thorsten Heins drängt nun darauf, dass das neue hauseigene Betriebssystem BlackBerry 10 so schnell wie möglich einsatzbereit wird. Damit sollen neue Zielgruppen erschlossen werden. Eine weitere Stabilisierung des Unternehmens soll durch den Abschluss von Verträgen für strategische Partnerschaften bewirkt werden. Mit der Neuausrichtung des Unternehmens will sich RIM künftig wieder verstärkt auf das Geschäft mit den gewerblichen Kunden konzentrieren.

 

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